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Neuronales Training für Happiness und innere Stärken

Neurowissenschaftler gehen davon aus, dass unser Gehirn über Jahrmillionen eine negativity bias (negative Grundausrichtung) entwickelt hat. Sie wirkt sich deutlich auf unser Denken, Verhalten und Wohlbefinden aus.

Unser Gehirn und unser Verstand sind in einer spannenden Wechselbeziehung miteinander verbunden: Mentale Aktivität verändert neuronale Strukturen im Gehirn, unser Gehirn wird durch unseren Verstand, durch unsere Art zu denken gestaltet. Auf der anderen Seite bedeutet das: Verändert sich unser Gehirn, beeinflusst das unseren Verstand und unser Denken. Hier kommt die positive Neuroplastizität ins Spiel. Sie zeigt uns einen Weg, wie wir durch bewusstes Erinnern und Erleben positiver Erfahrungen innere Stärken und positive neuronale Schaltkreise aufbauen können.

Die Negativ-Tendenz zeigt sich u. a. darin, dass unser Gehirn mehr auf negative Reize als auf gleich starke positive Reize reagiert, dass schmerzhafte Erfahrungen haltbarer als positive sind, und wir immerhin bis zu 5 positive Erfahrungen brauchen, um . in einer Beziehung eine negative Erfahrung auszugleichen. Aber wir sind dieser Tendenz unseres Verstandes nicht ausgeliefert. Wir können uns bewusst den Inhalten und Erfahrungen zuwenden, die unser Wohlbefinden, unsere Zufriedenheit fördern – und sie in unserem impliziten Gedächtnis tief in unserem Gehirn verankern. 

Die Übung: Nimm positive Erfahrungen auf und vertiefe sie

Du brauchst nur ca. 20 Sekunden. Erinnere Dich an ein positives Ereignis, eine gute Erfahrung, aktuell oder in der Vergangenheit. Die meisten positiven Fakten sind eher klein, es geht also nicht unbedingt um das riesige Event. Erster Schritt: Fühle diese Erfahrung. Das ist etwas anderes als bloß zu wissen. Oft geschieht etwas Positives, wir nehmen es zur Kenntnis, aber wir fühlen es nicht wirklich. Eine Erfahrung zu fühlen bedeutet, die Bilder zu sehen, Geräusche zu hören, Temperatur, Geschmack, Licht, Umgebung, Stimmung und Gefühle usw. wahrzunehmen. Öffne Dich für diese positiven Aspekte, atme spürbar, entspanne Dich und lass Dich berühren. Es ist so, als ob Du eine wunderschöne Musik so bewusst hörst, dass Du Dich wirklich freuen kannst, Dich vielleicht mit bewegst, schwingst, oder sogar singst.

Nächster Schritt: Genieße die Erfahrung für mindestens 10 Sekunden. Öffne Dich noch mehr für diese Erfahrung, als Dich weicher und durchlässiger für alle beteiligten Wahrnehmungen, Stimmungen, Gefühle werden. Lass sie Deinen Verstand und Deinen Körper erfüllen. Je länger wir einem Gegenstand unsere Aufmerksamkeit schenken und je mehr er uns emotional ansprecht, desto mehr Aktivität und Vernetzung wird in den beteiligten Gehirnbereichen ausgelöst, und desto deutlicher wird seine Spur in unserem Gedächtnis.

Dritter Schritt: Intendiere die Verankerung der positiven Erfahrung und visualisiere sie! Ob Du eine sich ausbreitende Wärme in Deinem Brustkorb spürst oder Dir eine goldene Flüssigkeit, die tief in Dich hinein sinkt, vorstellst – finde Dein Bild, Deine Wahrnehmung dazu.

Jedes einzelne Mal des Aufnehmens und Vertiefens positiver Inhalte macht zunächst nur einen kleinen Unterschied. Nach und nach aber werden viele Übungen immer mehr wunderbare, hilfreiche, unterstützende Erfahrungen in Dein Gehirn, Bewusstsein, Gedächtnis und darüber in Dein Leben integrieren – und Deine Grundausrichtung beeinflussen. Und das um so schneller, je häufiger Du übst.

 

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